Schlossfestspiele Marburg - SLOWENIEN

Auf der Jagd nach dem Ohrwurm

Eine ungewöhnliche Schlossführung bekamen die Besucher des Musiktheaterstücks „Das Schlossgespenst hat Ohrwürmer“ gestern Nachmittag - ein bisschen gruselig, ein bisschen verzaubert und sehr musikalisch.

Große Augen gab es gleich zu Beginn als sich Spukfinder Manfred Brückner vorstellte und das Publikum gleich darauf unter die Erde führte - und davor warnte, die dort lebenden Gespenster zu füttern.
Hinunter in die Kasematten führte der Weg, und dort begegnete man der Flöte spielenden Fledermaus Flipsilotta von Flatter (Maren Plagmann) und Elsbeth, dem uralten Schlossgespenst. Das trällerte fortwährend eine Melodie, die es einfach nicht aus dem Kopf bekam, einen richtigen Ohrwurm eben. Und während es erzählend und singend, begleitet von Lottas Querflöte, Erinnerungen an sein Leben im Schloss zum besten gab, kam dieser Ohrwurm immer wieder zum Vorschein.
Selbst im Hexenturm, wohin das Gespenst seine Gäste ebenfalls führte, um von der angeblichen Hexe Katharina zu erzählen, die dort einst schmachtete, aber natürlich von Elsbeth gerettet wurde. Einen kleinen Eindruck davon, wie sich einst die Delinquenten gefühlt haben könnten, bekam man, als das Licht für eine Weile gelöscht wurde.
Dann aber ging es zum eigentlichen Ziel, in die Praxis des Dr. Ohrwurm. Der entpuppte sich als Zauberer Juno, bekannt aus dem Marburger ZAC Varieté. Natürlich setzte er bei seinen unorthodoxen Behandlungsmethoden eine Menge Zauberei ein und wusste: „Ohrwürmer sitzen im Kopf und verursachen Musik.“ Und Elsbeths Ohrwurm, den brachte er schließlich leibhaftig ans Licht.
Verkörpert wurde er von Alexander Conc, der mehr als jeder andere dafür prädestiniert war: Er hat die Musik zu dieser hübschen Geschichte geschrieben und mit dem Lied „Zrejlo je zito“ den Besuchern einen echten Ohrwurm verpasst.
Immer wieder wechselt Jana Degebrodt als lebhaft-sympathisches Gespenst zwischen Gesang und gesprochenem Text- und verkörpert die quirlige Elsbeth offenbar so überzeugend, dass die jüngeren ins Grübeln kommen: „Ist sie wirklich viele hundert Jahre alt?“, fragt ein Junge flüsternd.

Das Libretto zum „Schlossgespenst“ stammt von Kerstin Weiss und Enke Eisenberg, letztere hat auch Regie geführt. Geschaffen haben sie eine amüsante kleine Geschichte mit viel Humor, die die Kinder mitnimmt in die Geschichte des Schlosses.
nächste Vorstellungen: DAS SCHLOSSGESPENST & der Hartholzrabauke im Landgrafenschloss Marburg UA am 7. Juni um 15 Uhr, weitere: 8. / 9. Juni um 15 Uhr, sowie 15. / 16. jeweils um 15 Uhr und 17. Juni um 14 und 16 Uhr
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